Wie viele weibliche Talente verliert deine Hochschule – ohne es zu merken?

Bericht meines Workshops an der TU München (TUM)


Am 18. November 2025 durfte ich an der Technischen Universität München (TUM) einen Workshop für die Marketing- und Programm-Manager:innen halten.
Das Thema? Eines, das entscheidend darüber bestimmt, wie viele weibliche Talente Hochschulen heute tatsächlich erreichen:

„Sprache. Bilder. Zugehörigkeit. Der Hebel für mehr weibliche Talente.“


Der Anlass ist klar:
Obwohl der Frauenanteil an der TUM bei rund 36 % liegt, sind Studentinnen in Entrepreneurship-Formaten, Inkubatoren und Startup-Programmen nach wie vor stark unterrepräsentiert.


Die Frage lautet also nicht:

Warum interessieren sich Studentinnen nicht für Unternehmertum?
Sondern:

Wie kommunizieren Hochschulen – und wen sprechen sie damit wirklich an?


Was im Workshop deutlich wurde

Die unterdurchschnittliche Beteiligung weiblicher Talente ist kein Talentproblem, sondern ein Kommunikations- und Kulturproblem.

Viele Teilnehmerinnen berichteten, dass Programme, Ausschreibungen und Veranstaltungen zwar offen für alle sind – aber nicht unbedingt so wirken.

Das erzeugt unbewusste Barrieren, zum Beispiel durch:

  • männlich dominierte Bildwelten
  • agentisch-kodierte, wettbewerbsfokussierte Sprache
  • fehlende sichtbare weibliche Role Models
  • implizite Vorstellungen davon, wie „typische Gründer:innen“ auftreten

Diese Signale verhindern, dass Studentinnen ein Gefühl von Zugehörigkeit entwickeln, obwohl sie fachlich längst qualifiziert sind.


Drei Ebenen, die Hochschulen verändern können

Wir haben am Beispiel verschiedener TUM-Formate konkret analysiert, welche Stellschrauben es gibt:

  • 1. Sprache & Wording:
    Welche Begriffe wirken einladend – und welche schließen unabsichtlich aus?
  • 2. Bildsprache & visuelle Kommunikation:  
    Wer wird sichtbar? Wer wird gezeigt?
    Bilder bestimmen Zugehörigkeitsgefühle oft stärker als Worte.
  • 3. Kulturelle Signale:  
    Welche Werte transportieren Programme?
    Wie wird Erfolg dargestellt?
    Welche Vorbilder werden präsentiert?

Gerade diese dritte Ebene entscheidet darüber, ob Studentinnen sich vorstellen können: Ja, das ist auch mein Raum.


Erkenntnisse des Workshops

Die intensive Arbeit mit dem Team der TUM hat gezeigt:

  • Viele Ausschlüsse passieren unbewusst – und lassen sich mit kleinen Anpassungen beheben.
  • Inklusive Kommunikation benötigt keine zusätzlichen Budgets.
  • Schon wenige Klarstellungen, Bildwechsel oder Alternativen im Wording können die Reichweite weiblicher Talente signifikant erhöhen.


Für die TUM bedeutet das konkret:

  • mehr Bewerbungen von Studentinnen für Entrepreneurship-Programme
  • diversere Teams in Inkubatoren und Makeathons
  • stärkere Innovationskraft durch vielfältige Perspektiven
  • höhere Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder am Campus


Warum dieses Thema strategisch wichtig ist – nicht nur für die TUM

Diverse Gründungsteams sind nachweislich:

  • innovativer
  • wirtschaftlich erfolgreicher
  • nachhaltiger


Für Hochschulen bedeutet das:

  • bessere Transferleistung
  • stärkere Positionierung im regionalen Innovationsökosystem
  • attraktiver für Partner:innen, Sponsor:innen und Talente
  • langfristig mehr erfolgreiche Gründerinnen aus der eigenen Hochschule


Der Workshop an der TUM hat einmal mehr gezeigt:
Female Hiring und inklusive Kommunikation sind keine Randthemen – sie sind ein strategischer Hebel für Zukunftsfähigkeit.


Meine Perspektive nach zehn Jahren in diesem Feld

Mein eigenes Engagement begann 2016 in der Ausgründungsabteilung einer großen Forschungseinrichtung. Dort wurde sichtbar, wie viele exzellente Wissenschaftlerinnen großartige Ideen haben – und dennoch nicht gründen, weil ihnen der Zugang, die Vorbilder und das Gefühl von „Ich passe hier rein“ fehlen.

Aus diesem Grund habe ich später Businettes gegründet.
Heute begleiten wir tausende Frauen in Deutschland, Frankreich und UK dabei, ihren Platz im Startup-Ökosystem zu finden.

Diese Erfahrung durfte ich am 18. November an der TUM einbringen – und es war eine Freude zu sehen, wie offen und engagiert die Teams dieses Thema angehen.


Betrifft diese Problematik auch deine Hochschule?

Wenn auch eure Programme weibliche Talente sichtbar stärker einbinden sollen, begleite ich euch gerne – mit Workshops, Impulsen oder einer Analyse eurer bestehenden Kommunikation.

Talente sind da. Wir müssen nur aufhören, sie unabsichtlich auszuschließen.


Hier findest du mehr Infos zu meinem Workshop:

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